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TUNNEL ROTHENSTEIN

Bau­herr: Thü­rin­ger Lan­des­amt für Bau und Verkehr
Pro­jekt­ver­fas­ser: K+S Inge­nieur-Con­sult (Aus­füh­rungs­pla­nung)
Bau­aus­füh­rung: ARGE B88 Tun­nel Rothenstein
Part­ner: STREICHER Tief- und Inge­nieur­bau Jena | AUGUST REINERS Bau­un­ter­neh­mung GmbH
Tech. Geschäfts­füh­rung: STREICHER Tief- und Inge­nieur­bau Jena GmbH & Co. KG
Kfm. Geschäfts­füh­rung: AUGUST REINERS Bau­un­ter­neh­mung GmbH
Objekt: Neu­bau B88 Umfah­rung Rothenstein
Zeit­raum: 2018 bis 2022

Der 385 m lange Rothenstein­tun­nel ist Bestand­teil des Neu­baus der Bun­des­straße B88 süd­lich von Jena, wel­che die unzu­rei­chende Infra­struk­tur­si­tua­tion um Rothen­stein ver­bes­sern soll. Die leis­tungs­fä­hi­gen Bun­des­straße ver­bin­det zukünf­tig die Stadt Jena mit dem süd­li­chen Thü­rin­gen und dient als groß­räu­mige Ver­bin­dung der Ver­kehrs­ach­sen der BAB A4 und der A9.
Die Tun­nel­trasse des zwei­spu­ri­gen Stra­ßen­tun­nels wird von der Bestands­bun­des­straße 88 im Saa­le­tal süd­lich von Rothen­stein spitz­wink­lig in den Steil­fels geführt und ver­läuft stei­gend zum Nord­por­tal an der Nord­flanke des Rothen­stei­ner Fel­sens. Im Schutz eines Rohr­schir­mes wer­den die Vor­triebs­ar­bei­ten von Nor­den fal­lend durch die ers­ten Schich­ten aus Löß- und Hang­lehm und Sand­stein­ver­wit­te­rungs­zo­nen begin­nend auf­ge­fah­ren. Die Haupt­vor­triebs­stre­cke dur­ch­ör­tert Gebirgs­schich­ten des Mitt­le­ren Bunt­sand­steins, wel­che meist aus hori­zon­tal gela­ger­ten mit­tel­ban­ki­gem Sand­stein mit blätt­ri­gen bis dünn­ban­ki­gen Ton-Schluff­stein­la­gen. Die Sand­stein­schich­ten erschei­nen im Pro­jekt­ge­biet mit schwan­ken­den Gebirgs­fes­tig­keit und einer sehr hohen Was­ser­emp­find­lich­keit. Stö­rungs­zo­nen und das gebrä­che Gebirge erfor­dern wäh­rend den Tun­nel­ar­bei­ten Anpas­sun­gen in den Abschlags­län­gen und der jewei­li­gen Aus­bau­di­men­sion, um den kom­ple­xen Gebirgs­struk­tu­ren und ver­än­der­li­chen Bau­grund­be­din­gun­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der Tun­nel Rothen­stein wird mit einer zwei­scha­li­gen Tun­nel­kon­struk­tion bestehend aus einer tem­po­rär trag­fä­hi­gen Spritz­be­to­n­au­ßen­schale, die unmit­tel­bar nach dem Aus­bruch ein­ge­bracht wird und einer was­ser­un­durch­läs­si­gen Stahl­be­to­nin­nen­schale hergestellt.
Der Bau­ab­lauf sieht vor den Nord­vor­trieb 75 m vor dem Durch­schlag und dem zukünf­ti­gen Süd­por­tal zu unter­bre­chen und anschlie­ßend die letz­ten Meter mit­tels Gegen­vor­trieb auf­zu­fah­ren. Diese Maß­nahme ist bau­tech­nisch not­wen­dig, da die neue Tun­nel­trasse am Süd­por­tal spitz­wink­lig aus der Fels­steil­wand im Saa­le­tal auf den alten Bun­des­stra­ßen­ver­lauf der B88 ein­mün­det. Durch die­sen schlei­fen­den, spitz­wink­li­gen Ver­lauf des Tun­nels zur Fels­steil­wand ist es not­wen­dig den Fels auf einer Länge von 50 m zu unter­schnei­den und mit Hilfe von Fels­si­che­rungs­maß­nah­men in Form von vor­ge­spann­ten Ver­pres­s­an­kern vor den Fels­aus­bruch­ar­bei­ten zu sichern. Die­ses Anschnei­den und Unter­schnei­den der annäh­rend senk­rech­ten Fels­for­ma­tion erfor­dert ein hohes Maß an Fels­si­che­rungs­auf­wand sowie äußerst gebirgs­scho­nende Aus­bruch­ar­bei­ten Die Arbei­ten wer­den durch ein per­ma­nen­tes und auto­ma­ti­sches Ver­mes­sungs­sys­tem hin­sicht­lich der Ver­for­mun­gen über­wacht. Das zukünf­tige Tun­nel­por­tal in halb­of­fe­ner Bau­weise wird auf Bohr­pfäh­len tal­sei­tig tief­ge­grün­det. Sämt­li­che Arbei­ten im Bereich des Süd­por­ta­les fin­den hierzu auf dem alten Stre­cken­ver­lauf der Bun­des­straße 88 statt, wel­che an die­ser Stelle durch die direkte Nach­bar­schaft der Bahn­stre­cke Groß­he­rin­gen– Saal­feld (Luft­li­nie unter 10 m) und einer dadurch beeng­ten Bau­si­tua­tion cha­rak­te­ri­siert wer­den. Wäh­rend das Nord­por­tal in klas­si­scher offe­ner Bau­weise im Stre­cken­vor­ein­schnitt erstellt wer­den kann, for­dert die Her­stel­lung des Süd­por­tals neben einer auf­wen­di­gen Kon­ter­scha­lungs­kon­struk­tion dif­fi­zile Bau­ab­läufe und Vorausplanungen.

TECHNISCHE DATEN
Bau­werks­funk­tion: Stra­ßen­tun­nel zweispurig
Tun­nel­länge: 385 m
Aus­bruch­vo­lu­men: 40.500 m³
Bau­ver­fah­ren: Spritz­be­ton­bau­weise (Bag­ger-/Spreng­vor­trieb)
Vor­triebs­si­che­rung: Spritz­be­ton, Aus­bau­bö­gen, Anker, Spieße, Rohrschirm